Tyrannen müssen nicht sein.
Warum Erziehung allein nicht reicht - Auswege. Unter Mitarbeit von Carsten Tergast. Mit einem Vorwort des Verfassers.

Unser Preis:
5,60 EUR
zzgl. 2,20 EUR Versand
Nur noch wenige Exemplare am Lager.
Versandfertig in der Regel binnen 1-2 Werktagen.

Buchbeschreibung
Gütersloh : Gütersloher Verlags-Haus, 2009.
5. Auflage
Grüner Pappband mit Schutzumschlag. 190 (2) Seiten. 22 cm.
ISBN-10: 3579068997 (3-579-06899-7)
ISBN-13: 9783579068992 (978-3-579-06899-2)
Sehr guter Zustand. Frisches Exemplar. Wie ungelesen. Das Entscheidende, so das Fazit dieses Buchs, das Winterhoff an Hand von vielen Fallbeispielen sehr anschaulich macht, ist nicht, Kindern Grenzen zu setzen. Wichtiger und gleichsam Bedingung daür ist, selbst abgegrenzt aufzutreten und dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich abgegrenzt zu erfahren und selbstbewusst zu entwickeln. (Frankfurter Allgemeine Zeitung). - Michael Winterhoff (* 3. Januar 1955 in Bonn) ist ein deutscher Kinder- und Jugendpsychiater, Psychotherapeut und Autor. ... Zentrale Thesen: Kindliche Entwicklung nach Winterhoff: Ein Grundirrtum in der Einschätzung des Kindes besteht laut Winterhoff in der Annahme, kindliches Verhalten sei Ausdruck der Persönlichkeit. Hier würden entwicklungsspezifische Verhaltensweisen als individuelle Merkmale verkannt. Kinder haben, so Winterhoff, bis zum Alter von 7 Jahren keine Persönlichkeit. Diese Entwicklung setze erst mit dem 8. Lebensjahr ein. Winterhoffs Rekonstruktion kindlicher Entwicklung beruft sich hierbei auf die psychoanalytische Tradition. In freier Synopse verbindet er das Freudsche Modell infantiler Sexualentwicklung mit Einsichten des Stufenmodells Erik Eriksons. Kinder durchlaufen bis zum 6. Lebensjahr die orale (0–2. Lebensjahr), die anale (3.–4. Lebensjahr) sowie die „magisch-ödipale“ Phase (5.–6. Lebensjahr). Diese Phasen seien mit entsprechenden „Weltbildern“ verknüpft, in denen sich das entwicklungsspezifische Selbst- und Realitätsverständnis des Kindes darstellt. Erst mit Abschluss der letzten Phase sei ein Kind „[...] in der Lage, zu erkennen, dass eine Eigenreaktion eine Gegenreaktion im Gegenüber auslösen kann.“ Es habe gelernt, in Konflikten Eigenanteile zu erkennen und sei damit im eigentlichen Sinne „schulreif“. Um diese Entwicklungsphasen absolvieren zu können, bedarf das Kind eines elterlichen Gegenüber, das sich phasenspezifisch verhält und so dafür sorgt, dass diese Entwicklungsschritte abgeschlossen werden können. Im Gegensatz dazu steht nach Winterhoff der weitverbreitete Irrtum, der die Entwicklung der Psyche als autonomen, von selbst ablaufenden Prozess begreift. Hier setzt seine Kritik am bestehenden „Grundkonsens der Gesellschaft“ an, die sich in pädagogischen Debatten verzettele, ohne deren Vorbedingung erreichter psychischer Reife zu reflektieren. Kritische Diagnose: Winterhoff vertritt in seinem Buch Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit die These, dass das gegenwärtige Erziehungsklima einen Entwicklungsstillstand der Kinder herbeiführe. Als Kinderpsychiater findet Winterhoff die Ursache für den von ihm beobachteten, epidemischen Zuwachs von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern in der Psyche der Erwachsenen. Verursacht sei dieser Missstand hier durch spezifische, der gesellschaftlichen Entwicklung geschuldete Fehlhaltungen, die das Heranreifen des Nachwuchses behinderten: Kind als Partner: Das Kind wird als gleichberechtigter Erwachsener behandelt. Der Erwachsene begibt sich auf eine Stufe mit dem Kind. Diese Tendenz beobachtet er seit Anfang der 90er Jahre. Winterhoff wendet sich gegen die moderne, „partnerschaftliche“ Pädagogik, wobei er seine Kritik nicht als Beitrag zur pädagogischen Debatte verstanden wissen will. Projektion: nennt Winterhoff das Bedürfnis des Erwachsenen, vom Kind geliebt zu werden, sofern dieses Bedürfnis die erzieherische Autorität korrumpiert. Der gesellschaftlich enttäuschte Erwachsene begibt sich „in der Projektion“ auf eine Stufe unter das Kind, um hier seine Bedürftigkeit nach Liebe und Anerkennung stellvertretend zu kompensieren. Aus Angst vor Liebesverlust gerät der Erziehende in eine Position passiver, diagnostizierender Beobachtung, um anschließend zuvörderst erzieherische Probleme an therapeutische Instanzen zu delegieren. Diese Tendenz beobachtet der Kinderpsychiater seit Mitte der 90er Jahre. Symbiose: das Kind wird im Rahmen einer psychischen Verschmelzung ein Teil des Erwachsenen (Symbiose). Die Symbiose sei gleichzeitig die Extremform in der absteigenden Trias der Fehlhaltungen, in welcher keinerlei seelische Abgrenzung mehr erkennbar ist. Als Endpunkt einer verheerenden Fehlentwicklung finde sich diese Verfallsform seit der Jahrtausendwende. In seiner Diagnose des gegenwärtigen, gesamtgesellschaftlichen Erziehungsklimas sieht Winterhoff hierin zeittypische Formen der Überforderung oder des emotionalen Missbrauchs des Kindes. Die zunehmende Überforderung der Erwachsenen (Beispiel: Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes) verschiebe die natürliche Machtbasis zugunsten des Nachwuchses und führe schließlich, so Winterhoff, zu der völligen Machtumkehr, die er als Tyrannei des Kindes beschreibt. In Abhängigkeit von allgemeinen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen gelinge es den Erwachsenen so immer weniger, den Kindern ein förderndes Gegenüber zu sein. Die Gesellschaft ziehe sich in epidemischen Ausmaß eine Horde kindlicher Tyrannen heran, deren weitere Entwicklung eine gesamtgesellschaftliche Bedrohung darstelle. Seit 2008 wird diese Entwicklung, so Winterhoff, durch die Digitalisierung weiter bestärkt. Die Reizüberflutung durch Informationen (Stichwort: Smartphones) führe bei immer mehr Erwachsenen zu einem depressionsnahen Zustand, den er den „Katastrophenmodus“ nennt. Um die mangelnde Abgrenzung bei Betroffenen wiederherzustellen, empfiehlt Winterhoff nach eigenem Vorbild ausgedehnte, mehrstündige Waldspaziergänge und eine kritische Reflexion des allgegenwärtigen Überforderungsbegriffs (Mythos Überforderung. Was wir gewinnen, wenn wir uns erwachsen verhalten, 2015). Winterhoff prognostiziert, ohne eine baldige Verhaltensänderung würde „unsere Gesellschaft ihre Kinder hassen!“ Der emotionale Missbrauch der Kinder unter dem Deckmantel eines partnerschaftlichen Umgangs gefährde die kulturelle Lebensfähigkeit der Gesellschaft. Er fordert, die psychische Entwicklung von Kindern in den Mittelpunkt der Erziehung zu stellen. Kinder seien keine kleinen Erwachsenen. Nur wenn sie wie Kinder behandelt würden, befähige man sie „in einem positiven Sinne lebensfähig“ zu werden. ... Aus: wikipedia-Michael_Winterhoff.
427 weitere Angebote in Psychologie verfügbar

Buchfreund-Artikel zu den Favoriten hinzufügen:

Antiquarische Bücher, die auch interessant für Sie sein könnten

  1. Tyrannen müssen nicht sein.

    Tyrannen müssen nicht sein.

    Winterhoff, Michael: Warum Erziehung allein nicht reicht - Auswege. Unter Mitarbeit von Carsten Tergast. Mit einem Vorwort des Verfassers. Gütersloh : ...
    ISBN: 3579068997 EAN: 9783579068992, Bestell-Nr.: 47522, Nur noch wenige Exemplare am Lager.

  2. Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: die Abschaffung der Kindheit.

    Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: die Abschaffung der Kindheit.

    Winterhoff, Michael: Unter Mitarbeit von Carsten Tergast. Gütersloh : Gütersloher Verlags-Haus, 2008. 14. Auflage Roter Pappband mit Schutzumschlag. ...
    ISBN: 3579069802 EAN: 9783579069807, Bestell-Nr.: 60656, Nur noch wenige Exemplare am Lager.

  3. Richtlinien zur Manuskriptgestaltung.

    Richtlinien zur Manuskriptgestaltung.

    Herausgegeben und mit 2 Vorworten von Weinert und Klauer durch die Deutsche Gesellschaft für Psychologie Göttingen ; Bern ; Toronto ; Seattle : Hogre ...
    ISBN: 3801710254 EAN: 9783801710255, Bestell-Nr.: 61037, Nur noch wenige Exemplare am Lager.

  4. Tyrannen müssen nicht sein.

    Tyrannen müssen nicht sein.

    Winterhoff, Michael: Warum Erziehung allein nicht reicht - Auswege. Unter Mitarbeit von Carsten Tergast. Mit einem Vorwort des Verfassers. [Rheda-Wied ...
    ISBN: 3579068997 EAN: 9783579068992, Bestell-Nr.: 63763, Nur noch wenige Exemplare am Lager.

Impressum / Datenschutz
Diese Antiquariatsportal-Seite ist ein Projekt der w+h GmbH
Copyright by w+h GmbH 2003 - 2019